Kampf gegen Kindesmissbrauch: Ermittler-Zentrum in Bamberg – Durchsuchungen bundesweit

Bayerns Kampf gegen Kinderpornografie wird zentral von Bamberg aus gesteuert. Der Freistaat rüstet die Zentralstelle Cybercrime in Bamberg auf. Statt vier sollen jetzt acht Staatsanwälte ausschließlich im Bereich Kinderpornografie im Netz ermitteln. Justizminister Eisenreich hat das neu gegründete „Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet“ gestern vorgestellt, im Oktober nimmt es offiziell seine Arbeit auf.
Hintergrund ist, dass die Cyber-Ermittler bereits Erfahrung mit solchen Fällen haben. Aufsehenerregend war der Fall eines Würzburger Logopäden, der zahlreiche Kinder sexuell missbraucht und Filme davon angefertigt hat. Die Bamberger hatten den Mann überführt, er ist vor Kurzem zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden.
Gleichzeitig hat die Polizei gestern bundesweit 60 Wohnungen von Männern und zwei Frauen durchsucht, die im Verdacht stehen, kinderpornografisches Material zu besitzen. Ein Schwerpunkt war Bayern, und in Franken Mittelfranken, heißt es. Festnahmen hat es nicht gegeben, das sichergestellte Material auszuwerten werde einige Zeit dauern, hieß es.