© Daniel Karmann

Kampfkandidatur um Vorsitz bei Bayerns SPD

München (dpa/lby) – Die Kampfkandidatur um den Vorsitz der bayerischen SPD steht im Mittelpunkt des Landesparteitags, der heute in München beginnt. Der bisherige Generalsekretär Uli Grötsch tritt gegen das Kandidatenduo Florian von Brunn und Ronja Endres an – beide wollen als Führungsduo an die Spitze.

Mit ihrer Zustimmung zu einem entsprechenden Leitantrag sollen die Delegierten auf dem weitgehend digital geplanten Parteitag zunächst die organisatorische Voraussetzung für eine Doppelspitze nach dem Modell der Bundes-SPD schaffen.

Grötsch ist Bundestagsabgeordneter und vertritt den eher traditionellen SPD-Flügel. Von Brunn und Endres setzen einen Schwerpunkt auf die Umwelt- und Klimapolitik und sehen sich als Erneuerer. Das Duo wird unter anderem von den Jusos unterstützt. Von Brunn hatte bereits wiederholt versucht, die Führung des Landesverbandes zu übernehmen – bisher erfolglos.

Die SPD, in Bayern traditionell weniger verankert als in anderen westdeutschen Bundesländern, befindet sich in einem historischen Tief. Bei der Landtagswahl 2018 hatte es mit 9,7 Prozent der Stimmen nur zu einem einstelligen Ergebnis gereicht. Auch aktuelle Umfragen sehen die SPD im Freistaat nicht über der Zehn-Prozent-Marke.

Die bisherige Landesvorsitzende, Natascha Kohnen, wird auf dem Parteitag verabschiedet. Sie hatte im November vergangenen Jahres ihren Rückzug angekündigt und hört nun nach vier Jahren im Amt der Landeschefin auf.

© dpa-infocom, dpa:210423-99-328710/3