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Kardinal Marx beklagt weltweit wachsende Ungleichheit

München (dpa) – Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat eine weltweit wachsende soziale Ungleichheit beklagt. Es gelte, den Blick auf die Probleme der Weltgemeinschaft zu schärfen und «uns einzusetzen für das Leben aller, besonders der Schwachen, der Kranken, derer, die auf der Flucht sind, der Sterbenden, der misshandelten Kinder, der vergewaltigten Frauen», sagte er laut vorab veröffentlichtem Redetext am Freitag im Münchner Liebfrauendom.

Weiter betonte Marx in seiner Silvesterpredigt: «Wäre es nicht ein großer Schritt nach vorn, wenn uns neu und intensiver bewusst würde, wie kostbar unser Leben und das Leben jedes Menschen ist?» Wenn das Leben «nicht nur ein Geschenk für uns, sondern auch für kommende Generationen sein soll», müsse das Verantwortungsgefühl «für das gemeinsame Haus unserer Erde mit Blick auf den Klimawandel größer werden».

Bei weitem nicht alle Menschen seien gut durch die Corona-Krise gekommen, die weiter andauere, sagte der Erzbischof von München und Freising. Einigen gehe es materiell besser als vorher, andere hätten ihre Existenzgrundlage verloren.

Im neuen Jahr 2022 werde sich vor dem Hintergrund der Pandemie-Erfahrungen zeigen, «ob diese zwei Jahre die Gesellschaft und uns alle trotz aller bitteren Erfahrungen weitergebracht» haben. Es sei wichtig, die Kostbarkeit des Lebens zu betrachten: «Ja, es ist zerbrechlich und endlich, aber es ist auch in dieser Begrenztheit ein großartiges, wunderbares Geschenk Gottes, einmalig und unwiederholbar.»

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