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Katholiken feiern Mariä Himmelfahrt

München (dpa/lby) – Die Katholiken vor allem im Süden Bayerns begehen heute einen ihrer traditionsreichsten Feiertage: Mit Gottesdiensten, Prozessionen und Kräuterweihen feiern sie Mariä Himmelfahrt. Am Bodensee stechen Pilger zur traditionellen Fatima-Schiffsprozession von Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus in See, um sich auf der Dreiländergrenze zu treffen. Im schwäbischen Wallfahrtsort Maria Vesperbild nehmen alljährlich Tausende an einer Lichterprozession teil.

Bei den Kräuterweihen werden zu Sträußen gebundene Heilpflanzen, Kräuter und Getreideähren gesegnet, die Gläubige zum Gottesdienst mitbringen. Der Brauch geht laut Erzbistum München und Freising auf eine Erzählung des Mönches Johannes von Damaskus zurück, nach der das Grab Marias «wundersamer Kräuterduft» erfüllte. Auch aus dem 14. Jahrhundert ist eine Legende überliefert, wonach die Grabtücher Marias «gleich Balsam und der Blume der Lilien» dufteten.

In rund 1700 überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns bleiben am Donnerstag Büros, Geschäfte und Fabriken geschlossen. In rund 350 evangelisch geprägten Kommunen im Norden des Freistaats, insbesondere in Mittel- und Oberfranken, gehen die Menschen hingegen zur Arbeit – an Mariä Himmelfahrt präsentiert sich der Freistaat zweigeteilt.

Zahlreiche Kirchen – allein im Erzbistum München und Freising rund hundert – feiern an diesem Tag auch ihr Patrozinium, die Schutzherrschaft eines Patrons oder einer Patronin. Das ist an Mariä Himmelfahrt die Gottesmutter. Der Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx zelebriert im Münchner Liebfrauendom einen Festgottesdienst.