Klage eingereicht: Großreinemachen bei der HWK Oberfranken geht weiter

Das große Aufräumen geht weiter bei der Handwerkskammer für Oberfranken in Bezug auf den GTO-Veruntreuungsskandal. Jetzt hat die HWK eine Klage gegen den früheren Geschäftsführer der Tochtergesellschaft GTO, Erwin W., eingereicht.

Mehr als zwei Millionen Euro soll ein früherer kaufmännischer Mitarbeiter  der GTO veruntreut haben. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Der Mann soll zu niedrige Umsätze angegeben, falsche Kreditkartenabrechnungen abgegeben und Überweisungen manipuliert haben.

Das sei nur aber möglich gewesen, weil der Geschäftsführer wegschaut haben soll. Erwin W. habe seine Kontroll- und Aufsichtspflicht erheblich verletzt. Zum Beispiel habe der kaufmännische Mitarbeiter eine Kreditkarte für dienstliche Zwecke bekommen. Überprüft, was er mit dieser macht, habe aber niemand, heißt es in der Pressemitteilung der Handwerkskammer. Hätte Erwin W. seine Pflicht als Geschäftsführer auch nur annähernd erfüllt, so die Kammer, hätte man die Untreue des Mitarbeiter wesentlich früher erkannt.

Weil Erwin W. zur Aufklärung der Veruntreuung bei der GTO beigetragen habe, hatte man mit ihm eine außergerichtliche Lösung finden wollen. Das sei aber gescheitert, deshalb jetzt die Klage beim Landgericht Bayreuth, so die Kammer.