Eine Baugerüst an einem Wohnhaus., © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Kostenexplosion: Wohnungsunternehmen legen Baupläne auf Eis

Der rasante Anstieg der Baukosten bremst den Wohnungsbau in Bayern: Die Mehrheit der genossenschaftlichen und kommunalen Wohnungsunternehmen will neue Bauprojekte auf Eis legen. Auch Sanierungen bestehender Wohnungen werden sich nach einer Umfrage des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) unter seinen knapp 500 Mitgliedsunternehmen verzögern. Falls der Preisanstieg nicht gestoppt wird, wollen demnach 60 Prozent der Mitglieder des Verbands Neubau- und Modernisierungsprojekte zurückstellen, wie der Verband am Mittwoch mitteilte. Betroffen wären rund 3.500 Wohnungen ab 2023.

«Die Wohnungswirtschaft kämpft schon lange mit den steigenden Baukosten», sagte Verbandsdirektor Hans Maier. «Doch die jüngsten Kostensteigerungen sind für unsere Mitgliedsunternehmen kaum noch zu tragen.» Aktuelle Bauvorhaben werden laut VdW im Vergleich zur ursprünglichen Kostenkalkulation um über 20 Prozent teurer.

Abgesehen davon dauern wegen des Materialmangels laufende Bauvorhaben länger als geplant. Aktuell rechneten die Bauherren mit einer Verzögerung von drei Monaten, hieß es in der Mitteilung des Verbands.
Im VdW sind 493 sozial orientierte bayerische Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen, darunter 360 Genossenschaften und 102 kommunale Gesellschaften.