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Kräuterweihen und Prozessionen zu Mariä Himmelfahrt

München (dpa/lby) – Mit Kräuterweihen, Gottesdiensten und Prozessionen haben Katholiken in Bayern am Donnerstag Mariä Himmelfahrt, einen ihrer traditionsreichsten Feiertage, zelebriert. Es ist der einzige Feiertag, der den Freistaat gewissermaßen spaltet: In rund 1700 überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns wie Kochel am See (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) bleiben Büros, Geschäfte und Fabriken geschlossen. In rund 350 evangelisch geprägten Kommunen, insbesondere in Mittel- und Oberfranken, gehen die Menschen hingegen zur Arbeit. Offiziell heißt der Tag Mariä Aufnahme in den Himmel.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Münchner Erzbischof, Reinhard Marx, sagte in seiner Predigt im Liebfrauendom: «Maria ist für uns ein Zeichen für die Nähe Gottes, für den Zugang, den wir in dieses unaussprechliche Geheimnis hinein haben.» Ihre Aufnahme in den Himmel zeige, dass es eine unzerstörbare Welt gebe, die stärker sei als der Tod. Maria stehe an der Seite der Armen, Schwachen, Kranken, Sünder, Ungeborenen, Sterbenden und Ertrinkenden im Mittelmeer, listete Kardinal Marx auf. «Wir als Christen sollen denen Hoffnung geben, die scheinbar keine Hoffnung haben können.»

Bei den Kräuterweihen werden zu Sträußen gebundene Heilpflanzen, Kräuter und Getreideähren gesegnet, die Gläubige zum Gottesdienst mitbringen. Der Brauch geht laut Erzbistum München und Freising auf eine Erzählung des Mönches Johannes von Damaskus zurück, nach der «wundersamer Kräuterduft» das Grab Marias erfüllte. Auch aus dem 14. Jahrhundert ist eine Legende überliefert, wonach die Grabtücher Marias «gleich Balsam und der Blume der Lilien» dufteten.

Zahlreiche Kirchen – allein im Münchner Erzbistum rund hundert – feiern zudem ihr Patrozinium, die Schutzherrschaft eines Patrons oder einer Patronin. Das ist an Mariä Himmelfahrt die Gottesmutter.