Schlachthof Kulmbach: Stadt will noch dieses Jahr auf Helium-Betäubung umsteigen

Die Stadt Kulmbach will bei der Betäubung von Schweinen im Kulmbacher Schlachthof noch in diesem Jahr von CO2 auf Helium umsteigen. Das hat OB Ingo Lehmann am Dienstag auf einer Pressekonferenz deutlich gemacht. Professor Klaus Tröger vom Max-Rubner-Institut entwickelt seit Frühjahr 2020 eine solche Anlage. Im Oktober soll sie fertig sein. Die Kosten dafür übernimmt eine Stiftung.

Durch die Betäubung mit Helium hätten die Tiere keine Atemnot, sondern schliefen stattdessen langsam ein, ähnlich wie bei einer Narkose, heißt es aus dem Rathaus. Der Schlachthof Kulmbach wäre der erste weltweit, der solch eine Helium-Anlage zur Betäubung von Tieren verwende, so OB Lehmann. Bis es soweit ist, werde im Schlachthof weiterhin nach gängigen Methoden mit CO2 und Strom betäubt.

Die Stadt Kulmbach verwendet nach eigenen Angaben schon jetzt mehr CO2 als gesetzlich vorgeschrieben, um die Tiere länger zu betäuben.

Gegen die drei Mitarbeiter, die laut den Videoaufnahmen der SOKO Tierschutz Tiere getreten haben, läuft eine Strafanzeige. Sie haben eine Abmahnung bekommen und dürfen zurzeit nicht mit lebenden Tieren arbeiten.