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Künftige Linke-Chefin: Krise verschärft soziale Spaltung

Passau (dpa) – Die stellvertretende Linke-Chefin Janine Wissler hat die Corona-Politik der Bundesregierung kritisiert und die Forderung ihrer Partei nach einer Vermögensabgabe für Millionäre zur Finanzierung der Krisenkosten bekräftigt. «In der Pandemie sitzen wir alle in einem Boot, wird gern gesagt. Ja, das stimmt. Aber die einen rudern wie verrückt, andere klammern sich an die Reling und versuchen, nicht über Bord zu gehen, während es sich andere unter Deck ziemlich gut gehen lassen», sagte Wissler, Kandidatin für die neue Doppelspitze der Linken im Bund, beim politischen Aschermittwoch ihrer Partei im niederbayerischen Passau. 

Eine einmalige Zahlung von 150 Euro für Hartz-IV-Empfänger reiche nicht, betonte Wissler. Stattdessen sei eine einmalige Abgabe für die reichsten 0,7 Prozent der Bevölkerung nötig. «Es gibt Geld wie Heu in diesem Land, aber es ist zutiefst ungerecht verteilt», sagte Wissler. Die Pandemie verschärfe die soziale Ungleichheit weiter. Sie forderte zudem eine Rücknahme der Rente mit 67, ein Recht auf Homeoffice und ein Pandemie-Überbrückungsgeld für Solo-Selbstständige.

Die Fraktionschefin im hessischen Landtag und stellvertretende Linken-Vorsitzende wird voraussichtlich mit der thüringischen Partei-Chefin Susanne Hennig-Wellsow künftig die Linke als neue Doppelspitze führen. Die Wahl ist bei einem Online-Parteitag Ende des Monats geplant. Andere aussichtsreiche Kandidaten für die Nachfolge des bisherigen Führungsduos Katja Kipping und Bernd Riexinger stehen nach jetzigem Stand nicht zur Wahl.

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