© Karl-Josef Hildenbrand

Kuka will Stellen abbauen

Augsburg (dpa/lby) – Der Roboterhersteller Kuka verordnet sich wegen schlechter Geschäfte bis 2021 eine Kostensenkung um 300 Millionen Euro und plant einen Stellenabbau. Einzelheiten zum Umfang der «Personalmaßnahmen» nannte Interims-Chef Peter Mohnen am Freitag nicht. «Ich kann beim besten Willen keine Zahl nennen, weil ich keine weiß», sagte er bei einer Telefon-Pressekonferenz. Der Kuka-Vorstand will nun mit den Arbeitnehmervertretern reden. Mohnen ließ offen, ob dem 2016 vom chinesischen Midea-Konzern übernommenen Hightech-Unternehmen rote Zahlen drohen.

Die geplanten Investitionen von einer halben Milliarde Euro will das Unternehmen aber nicht kürzen. Auch am Heimatstandort Augsburg sollen keine Investitionen zurückgefahren werden. Die IG Metall in Augsburg will «keine Diskussion über einen möglichen Personalabbau führen», wie der Erste Bevollmächtigte Michael Leppek auf Anfrage sagte. Bevor über Abbau gesprochen wird, fordert die Gewerkschaft detaillierte Informationen von der Geschäftsführung: «Zuerst muss eine gründliche Analyse vorgelegt werden», sagte Leppek.

Am Donnerstagabend hatte Kuka zum zweiten Mal seine Prognose für 2018 reduziert. Die Chefetage geht nunmehr von 3,2 Milliarden Euro Umsatz aus, 300 Millionen weniger als ursprünglich angepeilt. Auch das Ziel, bis 2020 auf 4 bis 4,5 Milliarden zu kommen, sei nicht mehr realistisch, sagte Mohnen.

Kuka beschäftigt weltweit rund 14 000 Mitarbeiter, davon etwa 4000 am Hauptsitz in Augsburg. Nach Angaben von Vorstandschef Mohnen hat die Kuka-Spitze das Sparprogramm eigenständig beschlossen, ohne Mitwirkung der chinesischen Mehrheitseigner.

Die schlechten Zahlen haben mehrere Ursachen. Mohnen nannte eine schwächere Nachfrage aus der Auto- und Elektronikindustrie ebenso wie den Konjunktureinbruch in China: «Das Wachstum (in der Volksrepublik) ist so gering wie seit der Finanzkrise nicht mehr.»

Ein Faktor dabei ist der von US-Präsident Donald Trump provozierte Handelskrieg. Im Chinageschäft tätige Manager berichten unisono von großer Verunsicherung ihrer Geschäftspartner im Reich der Mitte. Die Autoverkäufe in China sind 2018 wider Erwarten zurückgegangen.

Das trifft auch Kuka, weil die Autohersteller zu den Hauptkunden des Augsburger Hightech-Unternehmens zählen. Die Hoffnungen Mohnens richten sich aber weiter auf die Volksrepublik: «Ich glaube weiter an den chinesischen Markt, der hat riesiges Potenzial.»

Um aus dem Tief zu kommen, will Kuka künftig auch einfachere und billigere Roboter für die Elektronikindustrie und andere Kunden anbieten – ein heiß umkämpftes Marktsegment, in dem ein Preiskampf tobt. Zahlenmäßig dominiert wird das Geschäft mit Industrierobotern von japanischen Firmen. Dazu zählen Mitsubishi, Kawasaki und das nicht so bekannte Unternehmen Yaskawa. Kuka ist bisher vor allem spezialisiert auf teure Roboter für die Autoindustrie.