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Landesbischof mahnt respektvollen Umgang im neuen Landtag an

München (dpa/lby) – Vor der konstituierenden Sitzung des neugewählten Landtags hat Bayerns evangelischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm die Abgeordneten zu Respekt vor dem politischen Gegner aufgerufen. Auch die leidenschaftlichsten Debatten sollten nie diesen Respekt überdecken, sagte Bedford-Strohm am Montag in einem ökumenischen Gottesdienst zum Start der neuen Legislaturperiode. Toleranz und Hörbereitschaft hätten nur da eine Grenze, wo die Intoleranz zum Programm gemacht werde. Der Landesbischof zelebrierte den Gottesdienst in der Münchner Matthäuskirche mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. Erstmals sitzt heuer die AfD im Landtag.

Mehr als je zuvor habe das Parlament auch eine Vorbildfunktion für öffentliche Diskussionen, betonte Bedford-Strohm nach Angaben des Landeskirchenamtes. Leidenschaft für die Sache und die Bereitschaft, durch gute Argumente dazuzulernen, gehörten zusammen – gerade in einer Zeit, «in der eine zur Radikalisierung neigende digitale Kommunikationskultur vernünftigen Austausch von Argumenten zuweilen durch bloße Emotionalisierung zu erdrücken droht».

Der katholische Erzbischof Schick sagte, eine Politik der Mitte müsse eine Politik sein, die den Gemeinsinn der Menschen stärke. «Gemeinsinn bedeutet nicht Uniformität, sondern meint ein gemeinsames identitätsstiftendes und identitätserhaltendes Sinnen und Trachten für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.» Dafür brauche es Erziehung und Bildung sowie auch Integration und Inklusion, dafür müsse die Politik sich einsetzen.