Ein Feuersalamander kriecht über den Waldboden., © Boris Roessler/dpa/Symbolbild

Larven des Feuersalamanders durch Trockenheit bedroht

Der Feuersalamander ist in Bayern nicht nur durch eine eingeschleppte Pilzkrankheit gefährdet – sondern auch durch die Trockenheit der vergangenen Monate. «In manchen Gewässern haben es die Larven nicht geschafft, ihre Entwicklung abzuschließen, da das Wasser ausgetrocknet ist», sagte Malvina Hoppe, Gewässerökologin beim Landesbund für Vogelschutz (LBV). In einigen Regionen sei es gelungen, Larven in andere Gewässer umzusetzen. «Wie viele Larven es dann tatsächlich geschafft haben, wird sich erst noch zeigen müssen.»

In Bayern läuft derzeit ein Artenhilfsprojekt für den Feuersalamander. Dabei sollen unter anderem die Larven gezählt werden, um einen Überblick über die Verbreitung des Feuersalamanders zu bekommen.

Erwachsene Tiere seien mobiler und hätten sich in ihren Tagesverstecken besser vor Hitze und Trockenheit schützen können, sagte Hoppe weiter. «Auch für sie kann es jedoch in strukturarmen Wäldern kritisch werden, wenn die Tagesverstecke ohnehin schon knapp sind und durch die Trockenheit manche davon zusätzlich wegfallen.»

Sollten Menschen Larven entdecken, die in Gefahr sind, sollten sie sie nicht selbst umsetzen, sondern sich an den LBV oder an den Bund Naturschutz (BN) wenden. Eine Umsetzung müsse mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt werden. Außerdem müssten Hygienestandards beachtet werden. Denn noch mehr als die aktuelle Trockenheit sei die Pilzkrankheit Bsal gefährlich für den Feuersalamander-Bestand. Hoppe betonte: «In unseren Nachbarländern Belgien und Niederlande hat der Pilz bereits fast vollständig den Bestand des Feuersalamanders ausgelöscht.»

Im Juni 2020 wurde erstmals bei einem Feuersalamander aus dem Steigerwald bei Ebrach (Landkreis Bamberg) eine Infektion bestätigt. Der Pilz Bsal (Batrachochytrium salamandrivorans) wurde wahrscheinlich aus Asien eingeschleppt und war 2015 in Deutschland zum ersten Mal an einem freilebenden Tier nachgewiesen worden: in der Eifel an der belgischen Grenze. Der tödliche Hautpilz verursacht Löcher und Geschwülste und kann Salamander innerhalb weniger Tage töten. Auch Molche sind in Gefahr. Für den Menschen und andere Tiere ist der Pilz ungefährlich. Feuersalamander leben vor allem in Quellbereichen von Mittelgebirgsbächen sowie im alpinen Bereich.