Lebensmittelskandal in Kulmbach? Heimische Mälzerei im Visier von foodwatch

Einer Kulmbacher Mälzerei werden aktuell schwere Hygienemängel vorgeworfen. Die Organisation foodwatch veröffentlicht Bilder, auf denen verdreckte Böden, verrostete, teilweise mit Klebeband geflickte Rohre und verschimmelte Wände und Decken zu sehen sind. Die Bilder stammen nach Radio Plassenburg-Informationen aus dem Februar 2021. Foodwatch spricht von einem Lebensmittelskandal und wirft der Lebensmittelüberwachung – insbesondere der in Kulmbach ansässigen Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, kurz KBLV – Versagen vor.

Im Radio Plassenburg-Interview betont foodwatch, dass durch diese Zustände kein Gesundheitsrisiko für den Verbraucher bestanden habe. Die Organisation kritisiert aber, dass die Öffentlichkeit nichts davon erfahren habe. Dies sei nur möglich gewesen, weil die KBLV kein Bußgeld verhängt habe, so ein foodwatch-Sprecher.

Der Inhaber der Mälzerei hat im Gespräch mit unserem Sender bestätigt, dass es  auf dem Gelände solche Umstände gegeben habe, er betont aber, dass die Bilder aus Räumen stammen, die mit der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung nichts zu tun hätten. Diese Räume habe man pandemiebedingt vernachlässt, nach der Kontrolle durch die KBLV aber sofort gereinigt und saniert.

Die Kontrollbehörde schreibt in ihrer Stellungnahme gegenüber RP, dass es keine gesetzlichen Voraussetzungen gegeben habe, die Öffentlichkeit zu informieren. Einerseits weil das Malz, das in dem fraglichen Zeitraum verarbeitet wurde, noch komplett in der Mälzerei war und es sich ohnehin um kein Endprodukt handelt. Nur wenn der Verbraucher direkt mit dem Produkt in Kontakt kommt, sei die Kontrollbehörde zu einer Meldung verpflichtet, weil so die Kaufentscheidung beeinflusst werden könnte.

Mittlerweile habe die Mälzerei die Schäden weitestgehend behoben, schreibt die KBLV. Die entsprechenden Teilbereiche habe die Behörde abgenommen und wieder freigegeben.

 

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