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Leipzig gegen Bayern: Absage oder Fan-Rückkehr?

Leipzig (dpa) – Komplette Absage oder sogar die Rückkehr von Fans: Für das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga zwischen RB Leipzig und Bayern München am 3. April sind derzeit diverse Szenarien denkbar. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wollte sich am Dienstag nicht festlegen, ob die Partie angesichts des vom Bund beschlossenen Oster-Lockdowns überhaupt stattfinden wird. «Das werden die nächsten Tage zeigen, ob das so ist», sagte Kretschmer. Gleiches gilt für die Handballer des SC DHfK Leipzig, die am 1. April gegen Erlangen antreten sollen.

Andererseits kann sich RB sogar Hoffnungen machen, gegen Bayern wieder Zuschauer ins Stadion lassen zu dürfen. Gesundheitsministerin Petra Köpping kündigte an, Modellversuche unabhängig von der Inzidenz zu ermöglichen – und zwar schon von diesem Donnerstag an. Sowohl RB als auch der SC DHfK haben Pilotprojekte beantragt, wollen jeweils 1000 Zuschauer in ihre Arenen lassen. Diese müssen negativ getestet werden und sich an strenge Hygieneregeln halten.

«Das war uns ein wichtiges Anliegen, um zu zeigen, wie Öffnungen unter Pandemiebedingungen eben auch möglich sein können. Und zwar mit einem sehr klaren und eindeutigem Testregime. Daher ändern wir die momentane aktuelle Corona-Schutzverordnung in einem Punkt. Das heißt, dass wir dort die Inzidenzabhängigkeit von 100 gestrichen haben», sagte Köpping. Laut der SPD-Politikerin befinde man sich bei den Anträgen der Leipziger Clubs «noch in der Abstimmung». Am Montag hatte Leipzigs OBM Burkhard Jung (SPD) Veranstaltungen mit Zuschauern als illusorisch eingestuft, war dabei aber von einer Kopplung an eine Sieben-Tages-Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner ausgegangen.

Nun steht beiden Clubs eine Zeit der Unwissenheit bevor. Denn es ist schlicht alles möglich. Laut Kretschmer arbeitet der Bund aktuell an einer Rechtsverordnung, um Fragen wie den Umgang mit Profi-Sport über die Ostertage zu klären. Das Land Sachsen will für Gründonnerstag und Karsamstag ein Arbeitsverbot erlassen, mit Ausnahmen lediglich für systemrelevante Berufe.

Die Entkopplung der Modellprojekte von der Inzidenz wird durch die Clubs begrüßt. «Gerade Modellprojekte eignen sich gut, inzidenzunabhängig betrachtet zu werden. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir die jüngsten Signale der Landesregierung Sachsen zur Umsetzung von Modellprojekten sehr», sagte RB-Direktor Ulrich Wolter. Sowohl RB als auch der SC DHfK arbeiten mit Experten des Uniklinikums Halle zusammen.

Beide Modellprojekte sind darauf ausgelegt, bis in den Juni hinein zu laufen. Dadurch erhoffen sich die Parteien fundierte Erkenntnisse und Daten für die Zeit nach dem Sommer. Das Ziel besteht darin, dann unter Berücksichtigung von Hygienekonzepten und Teststrategien wieder mehr als 1000 Zuschauer zuzulassen.

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