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Martinstag: Preise für Gänsefleisch weitgehend stabil

München (dpa/lby) – Der traditionelle Gänsebraten zu Sankt Martin wird in Bayern Experten zufolge nicht viel teurer – obwohl im Freistaat immer weniger Gänse gezüchtet werden. Für ein Kilogramm Tiefkühlgans zahlen Endverbraucher im Einzelhandel nach Angaben des Bayerischen Bauernverbandes in München im Durchschnitt 6,90 Euro – ebenso viel wie im vergangenen Jahr.

Für Frischfleisch dagegen müssten die Kunden etwas tiefer in die Tasche greifen als 2019, wie der Bauernverband mitteilte: Hier steige der durchschnittliche Kilopreis von 10,50 Euro auf 12 Euro. Auf Wochenmärkten oder in Metzgereien liege die Preisspanne für ein Kilogramm frisches Gänsefleisch derzeit zwischen 11 und 15 Euro.

Die Preise, die Metzgereien, Gaststätten und Großhändler den Schlachtbetrieben pro Kilo Gänsefleisch zahlen müssen, seien im Vergleich zu 2019 gleich geblieben. Wie viel Gänsefleisch in Bayern pro Jahr verkauft wird, kann der Bauernverband nicht beziffern.

«Ich erwarte keine allzu großen Veränderungen bei den Preisen», sagt auch Bernd Adleff, Vorsitzender des Landesverbandes der Bayerischen Geflügelwirtschaft, mit Blick auf den Martinstag am Mittwoch. Allerdings sei die Zahl der Zuchtgänse in Bayern klein: «Und langsam werden die Gänse knapp. Deshalb sollte man das Fleisch für den Festtagsbraten frühzeitig bestellen.»

Die Gänsezucht werde für Landwirte im Freistaat immer weniger attraktiv, so der Verbandsvorsitzende. Denn die Veterinärämter erteilten immer strengere Auflagen, um zu verhindern, dass sich Zuchtgänse durch den Kot von Wildvögeln mit der Vogelgrippe ansteckten. Manche Ämter verpflichteten die Bauern, das Geflügel vorübergehend in geschlossenen Ställen zu halten, sagte Adleff. Dies erhöhe die Kosten für die Landwirte, die zudem mit billiger Konkurrenz aus Osteuropa zu kämpfen hätten.

Dass der Preis für Gänsefleisch dennoch weitgehend stabil bleibt, erklärt Bernd Adleff so: «Die bayerischen Landwirte setzen auf Kontinuität und nicht auf kurzfristige Ausnutzung von Marktengpässen.»