Nach schweren Überschwemmungen überqueren Menschen im pakistanischen Bahrain einen Fluss mithilfe einer Seilbahn., © Naveed Ali/AP/dpa

Milliarden gegen Klimakrise-Folgen: Pakistan braucht Hilfe

Pakistan hat für den Wiederaufbau nach den verheerenden Überschwemmungen Finanzzusagen in Milliardenhöhe bekommen. Es rechnet über fünf bis sieben Jahre mit einem Bedarf von rund 16 Milliarden Dollar (15 Mrd Euro), von dem es die Hälfte selbst aufbringen will.

Bei einer UN-Konferenz zur Unterstützung Pakistans kamen in Genf Zusagen im Umfang von mehr als 9 Milliarden Dollar zusammen, wie die pakistanische Regierung berichtete. Es handele sich um neue Mittel, betonte die Staatssekretärin im Außenministerium. Allein die islamische Entwicklungsbank (ISDB) sagte 4,2 Milliarden Dollar zu.

Deutschland versprach weitere 84 Millionen Euro etwa für den Bau von Regenrückhaltebecken und Entwässerungssystemen. Es könne im Laufe des Jahres noch mehr werden, sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium, der Deutschen Presse-Agentur.

«Über jeden Cent wird Rechenschaft abgelegt»

Flasbarth mahnte wie viele Vertreter von Geberländern Reformen in Pakistan an, um die Wirtschaft voranzubringen. Dazu gehört ein Programm des Internationalen Währungsfonds (IWF), das unter anderem den Rückbau von Subventionen und höhere Steuereinnahmen vorsieht. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif bat um Nachsicht bei Verzögerungen, weil die humanitäre Hilfe höchste Priorität habe. Wegen Sorgen, Gelder könnten durch Korruption verloren gehen, versprach er: «Über jeden Cent wird Rechenschaft abgelegt.»

«Die Erholung der pakistanischen Wirtschaft ist in unserer aller Interesse», sagte der ranghöchste deutsche UN-Vertreter, Achim Steiner, der dpa. Steiner leitet das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP), das die Konferenz vorbereitet hat. «In der globalisierten Welt finden wir solche Probleme sonst vor unserer Haustür wieder.» Wenn sich Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit breitmachten, könnten sich zum einen mehr Menschen auf die Migrationsrouten begeben. Zum anderen könnten sie sich radikalen Kräften anschließen. «Extremismus und Radikalisierung sind wie ein Krebs in Gesellschaften, die keine Perspektive bieten», sagte Steiner.