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Ministerium warnt mit Kurzfilm vor Anwerben Linksextremer

Nürnberg (dpa/lby) – Mit einem Kurzfilm und einem Infoflyer will das bayerische Innenministerium vor den Anwerbe-Strategien gewaltbereiter linksextremer Gruppen warnen. Das über das Videoportal Youtube und soziale Netzwerke verbreitete Video richte sich vor allem an Jugendliche, denn diese seien mit ihrem Idealismus für solche Anwerbe-Versuche besonders anfällig, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in Nürnberg.

Nach seiner Darstellung reagieren Staatsregierung und Verfassungsschutz mit der Informationskampagne unter anderem auf die wachsende Zahl linksextremistisch motivierter Straftaten im Freistaat – sie war 2017 um 6,8 Prozent auf 614 Fälle gestiegen. Die darin enthaltene Zahl linksextremer Gewaltdelikte war hingegen 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 18 auf 54 Fälle gesunken.

Dennoch stuft Herrmann die aktuelle Entwicklung als Besorgnis erregend ein. Denn immer häufiger richte sich linksextreme Gewalt gegen Polizisten.

Im Vergleich zur rechtsextremen Szene in Bayern, die etwa 2300 Angehörige zähle, ist nach Erkenntnissen der bayerischen Verfassungsschützer die Zahl der linksextremen und autonomen Szene mit insgesamt 690 Aktiven seit Jahren einigermaßen stabil. 250 davon gebe es in Nürnberg, 200 in München.

Trotz der dort etwas geringeren Anhängerzahl sei die bayerische Landeshauptstadt zuletzt Hauptziel linksextremistischer Straftaten gewesen, berichtete der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz, Burkhard Körner. «In den ersten Monaten dieses Jahres beläuft sich der Gesamtschaden durch linksextremistisch motivierte Straftaten allein in München auf rund eine halbe Million Euro», sagte Körner.