Mordermittler Wilfling gestorben

Der langjährige Münchner Mordermittler Josef Wilfling ist tot. Der auch durch seine Bücher bekannte frühere Leiter der Münchner Mordkommission starb am Dienstag nach schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren. Dies bestätigte der eng mit ihm befreundete Leiter des Bayerischen Kriminalamtes, Harald Pickert, unter Berufung auf Wilflings Witwe. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung über den Tod berichtet.

Bundesweit bekannt wurde Wilfling unter anderem durch die erfolgreichen Ermittlungen nach den Morden an dem Volksschauspieler Walter Sedlmayr und dem Modedesigner Rudolph Moshammer. Auch dem Serienmörder Horst David kam er mit seinem Team auf die Spur. Kritik zog er jedoch mit seinem Verhalten im Fall des Schauspielers Günther Kaufmann und bei den Ermittlungen zu den NSU-Morden auf sich.

«Er hat ein wahnsinnig gutes Gespür für die Situation und den Menschen gehabt», schilderte Pickert rückblickend. «Er konnte gut zuhören, hat die Menschen immer viel erzählen lassen. Und eine tolle Menschenkenntnis natürlich, das hat ihn als Ermittler absolut ausgezeichnet, und dass er sehr hartnäckig war und nicht aufgegeben hat. Er hat für den Beruf gelebt.»

Er sei aber auch privat ein Mensch gewesen, der sich fürsorglich um seine Mitmenschen gekümmert habe, sagte Pickert, der rund ein Jahrzehnt lang mit Wilfling in einem Team gearbeitet hat. Er verabschiedete sich von seinem Freund mit einem der höchsten Lobe der Oberbayern: «Er war ein ganz feiner Mensch.»

Auch die Leiterin des Krimifestivals München, Sabine Thomas, bedauerte den Verlust sehr. «Er war ein unglaublich guter Beobachter, ein sehr guter Menschenkenner. Er mochte die Menschen und hat sie dabei auch sehr, sehr schnell durchschaut, das war wohl sein Erfolgsrezept», sagte sie über Wilfling, der auch Schirmherr des Festivals war. «Und er hat diese wunderbare Art gehabt, dem hätte man sofort alles anvertraut, der hätte auch Priester werden können.»