Mordprozess Sophia Lösche: Gericht bringt neues Tat-Szenario ins Spiel

Der Prozess um  den Tod der Studentin Sophia Lösche in Bayreuth steht vor dem Ende. Die Beweisaufnahme ist abgeschlossen, am 10. September sollen Verteidigung und Anklage ihre Plädoyers halten. Und die werden sich um die Kernfrage in dem Verfahren gegen einen 42-jährigen marokkanischen Lkw-Fahrer drehen. Hat er Sophia getötet um ein Verbrechen vorher zu vertuschen, oder war es eine Affekthandlung ? Danach richtet sich ja dann das Strafmaß.

 

Oftmals in solchen Verfahren um Kapitalverbrechen geben die Richter am Ende der Beweisaufnahme einen Hinweis, wenn sie etwa einen neuen Aspekt sehen. Das hat der Vorsitzende Richter im Sophia-Prozess gestern getan.  Sinngemäß ist es für den Richter möglich, dass der Angeklagte die junge Studentin nicht vergewaltigt hat, trotzdem aber könnte er sie getötet haben, um eine Straftat zu vertuschen, nämlich dass er sie mit einem Werkzeug geschlagen hatte – das hatte er selbst angegeben.  Knackpunkt ist für den Richter, dass der Angeklagte die Schläge zugibt, dann aus seinem Lkw ausgestiegen sein will um dann zurückzukehren und weiter auf die junge Frau einzuschlagen – die psychologischen Gutachter sehen hier keine Affekthandlung.  Es deutet also vieles auf eine Verurteilung wegen Mordes und nicht etwa wegen Totschlags hin.

 

Mehr erfahren wir im September, am 10. haben Verteidigung und Staatsanwaltschaft das Wort, am 18. September soll in dem aufsehenerregenden Verfahren das Urteil gesprochen werden.