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Mordverdächtiger Hilfspfleger: Ermittlungen schreiten voran

München (dpa/lby) – Im Fall des inhaftierten mordverdächtigen Hilfspflegers erwartet die Münchner Polizei in wenigen Wochen einen vorläufigen Abschluss der Ermittlungen. Dann solle die Öffentlichkeit über den Sachstand informiert werden, teilte ein Sprecher mit. Der 36-jährige Hilfspfleger sitzt in Untersuchungshaft, weil er einen 87-jährigen Pflegebedürftigen in Ottobrunn bei München mit Insulin getötet haben soll. Die Mordkommission war danach auf weitere verdächtige Fälle gestoßen.

Die Ermittler hatten im März eine Öffentlichkeitsfahndung gestartet, um herauszufinden, wo im Bundesgebiet der Mann überall tätig war. Sie gilt noch bis zum 27. August. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft München I konnten bislang fast 70 Orte ermittelt werden, an denen der Beschuldigte Patienten betreute.

Laut Staatsanwaltschaft besteht nach vorläufiger Beurteilung unter anderem Mordverdacht in mindestens zwei Fällen, in drei Fällen Verdacht wegen versuchten Mordes. An jedem Einsatzort werde geprüft, ob es Anzeichen für eine Straftat gibt, auch in Bezug auf mögliche Vermögensdelikte wie zum Beispiel Diebstahl, teilte ein Sprecher mit.

Im Rahmen der Ermittlungen seien drei Exhumierungen veranlasst worden – das Ausgraben eines schon bestatteten Leichnams. Es gibt nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch zahlreiche Einsatzorte, an denen keine Anzeichen für eine Straftat vorliegen. Die Anklagebehörde könne derzeit Prognose abgeben, wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden.