© Peter Kneffel

Münchner CSU-Chef gibt Amt ab: Nachfolger Eisenreich?

München (dpa) – Die Münchner CSU braucht bald einen neuen Bezirksvorsitzenden: Amtsinhaber Ludwig Spaenle kündigte am Sonntag in einem internen Schreiben an, sein Amt vorzeitig abgeben zu wollen. «Damit mache ich den Weg für eine Verjüngung und die optimale Aufstellung der CSU München für das Wahljahr 2021 frei», heißt es in dem Schreiben. Spaenle hat den Bezirksvorsitz in der Landeshauptstadt seit 2011 inne. «Dies war und ist mir eine Ehre», schreibt Spaenle, der aktuell auch Antisemitismusbeauftragter der Staatsregierung und seit einigen Wochen auch wieder Mitglied des bayerischen Landtags ist, weiter.

Die CSU ist in zehn Bezirke aufgeteilt, ihre Vorsitzenden haben traditionell großen Einfluss auf die gesamte Partei und genießen einen hohen Machtstatus in der Parteistruktur. Beste Chancen auf den frei werdenden Bezirksvorsitz in München dürfte Justizminister Georg Eisenreich haben. Generalsekretär Markus Blume, ebenfalls Mitglied der Münchner CSU, dürfte dagegen kaum eine Chance auf den Posten haben.

Spaenle ist 59 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Obwohl er bei der Landtagswahl 2018 den direkten Wiedereinzug in den Landtag verpasst hatte, ist er inzwischen als Nachrücker wieder Teil der CSU-Fraktion im Maximilianeum. Er ist seit 1977 Mitglied in der CSU und seit 27 Jahren ununterbrochen Mitglied des Münchner CSU-Bezirksvorstandes. Nach zehn Jahren im Amt des Kultusministers schied der Münchner im März 2018 überraschend aus dem Kabinett aus. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte bei der Umstellung seines Kabinetts nach seiner ersten Wahl zum Regierungschef nicht mehr auf die Dienste von Spaenle gesetzt. In der Folge war das Verhältnis zwischen den beiden massiv belastet.