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Münchner Heli-Ärzte: Schneller bei Schlaganfallpatienten

München (dpa) – Mit Helikopterflügen zu Schlaganfallpatienten haben Münchner Ärzte die Zeit bis zum Eingriff um fast zwei Stunden verkürzt – und hoffen damit Folgeschäden erheblich zu mindern. Binnen eines Jahres seien bei dem bundesweit einmaligen Pilotprojekt rund 60 Patienten in Bayern behandelt worden, sagt Projektleiter Gordian Hubert von der München Klinik Harlaching, die das Projekt mit dem Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität betreibt.

Erste Auswertungen zeigten, dass mit dem Heli-Einsatz von der Diagnose bis zum Eingriff im Mittel 56 Minuten vergingen. Wurden die Patienten hingegen erst nach München zu den Spezialisten gebracht, dauerte es durchschnittlich 166 Minuten. Bei den meisten Schlaganfällen bildet sich ein Blutgerinnsel im Kopf und verhindert die Durchblutung der betreffenden Hirnregion. Pro Minute sterben rund zwei Millionen Hirnzellen ab.

Pro Jahr erleiden in Deutschland rund 260 000 Menschen einen Schlaganfall. Bei rund 175 000 von ihnen ist der Grund eine plötzliche Minderdurchblutung. Von diesen wiederum kommen laut Hubert fünf bis zehn Prozent für eine Thrombektomie in Frage. Ob ein aktueller Fall dazu gehört, klären die Ärzte vor dem Start des Helikopters in einer Videoschalte.