© Lino Mirgeler

S-Bahnen fahren wieder: Ursache für Wassereinbruch unklar

München (dpa/lby) – Nach einem Wassereinbruch im Tunnel der zentralen S-Bahn-Strecke durch die Münchner Innenstadt sind die Züge am Mittwoch wieder gefahren. Eine Ursache für das Verkehrschaos vom Vortag wurde bereits ausgeschlossen: Es war kein Grundwasser, das den Tunnel auf einer Länge von 150 Metern 50 Zentimeter tief unter Wasser setzte. «Die Menge an Wasser, die gestern in den Gleisbereich eintrat, muss eine andere Ursache haben», erläuterte Markus Hurnaus von der DB Netz AG. «In der Stammstrecke ist im Bereich zwischen Hackerbrücke und Hauptbahnhof ein Pumpensystem eingebaut, das anspringt, sobald der Grundwasserpegel steigt.»

Die DB Netz, die für die Deutsche Bahn die Infrastruktur betreibt, hat deshalb einen externen Gutachter beauftragt. Bis ein Ergebnis vorliege, könne man nichts weiter sagen, betonte Hurnaus. «Über die Ursache zu spekulieren, ergibt wenig Sinn.»

Dabei ist das Interesse an dem Vorfall groß, schließlich waren mehrere Hunderttausend Münchner, Pendler aus dem Umland sowie Touristen von der Sperrung betroffen. Ab dem Vormittag ging auf dem allergrößten Teil der Stammstrecke, auf der sich sämtliche S-Bahn-Linien weitgehend unterirdisch durch die Innenstadt zwängen, nichts mehr. 1000 Züge fahren dort täglich, werktags nutzen im Schnitt rund 840 000 Menschen die S-Bahn. Derzeit wird zur Entlastung des Netzes eine zweite Stammstrecke gebaut, sie soll aber erst 2028 in Betrieb gehen.

Bis dahin hat eine Störung regelmäßig große Auswirkungen. Diesmal fuhren die Züge erst zum Betriebsstart am Mittwochmorgen wieder, nachdem die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk mit großem Gerät über Nacht das Wasser abpumpten. Nur auf den Linien S2, S3 und S8 gab es zunächst nicht den gewohnten Zehn-Minuten-Takt. «Die Taktverstärker fielen deshalb aus, weil die Züge nicht da standen, wo sie hätten stehen sollen. Aber wir fahren ansonsten seit Betriebsstart regulär stabil nach Fahrplan», sagte eine S-Bahn-Sprecherin.

Harsche Kritik an der Reaktion und der Informationspolitik kam derweil vom Fahrgastverband Pro Bahn: «Der Umgang mit Störungen wird nach unserer Beobachtung immer mehr zum Glücksspiel für die Fahrgäste», bemängelte der Münchner Sprecher Andreas Barth. Die Bahn habe es noch nicht mal geschafft, den eingeschränkten Notfahrplan verlässlich anzubieten. «Selbst nach einigen Stunden gab es auf mehreren Linien noch keinen stabilen 20-Minuten-Takt, sondern die S-Bahnen sind mehr oder weniger zufällig gefahren.»