© Jens Büttner

Museumsexperte Blübaum rät Häusern zu klarem Profil

München (dpa/lby) – Museen müssen nach Ansicht des Experten Dirk Blübaum ihr Profil schärfen und Schwerpunkte setzen. «Es macht keinen Sinn, wenn man in zehn Kilometern Abstand auf ein ähnliches Museum trifft», sagte der Leiter der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern der Münchner «Abendzeitung» vom Montag. «Es geht um das Herausstellen der eigenen Geschichten und um das Alleinstellungsmerkmal. Damit kann auch ein sehr kleines Museum attraktiv sein. In den großen Häusern trifft man immer wieder auf die gleichen Namen, das finde ich gar nicht so interessant.»

Museen sind nach Ansicht Blübaums für eine Region wichtig. «Kultur ist ein wichtiger Faktor, um Menschen am Ort zu halten oder neue anzuziehen. Und verwurzelt ist man dort, wo man Kultur findet und sich in der Kultur wiederfindet», sagte der Kunsthistoriker, der die Landesstelle seit dem Sommer leitet.

Die Corona-Pandemie stellt viele Häuser vor große Probleme. «Es gibt aber auch gut aufgestellte regionale Museen, die in diesem Sommer geringere Einbußen hatten», berichtete Blübaum. «Die internationalen Besucher sind zwar ausgeblieben, das betrifft vor allem die großen staatlichen Museen. Aber viele Institutionen haben den Zuspruch der Einheimischen erfahren.»

Die Landesstelle ist nach eigenen Angaben eine Service-Einrichtung des Freistaats. Sie berät mehr als 1200 nichtstaatliche Museen im Freistaat, die sich nicht in alleiniger staatlicher Trägerschaft befinden. Wichtige Themen sind etwa die Digitalisierung, die Provenienzforschung oder der Tourismus.