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Nach tödlicher Schlägerei nur noch zwei Männer in U-Haft

Passau (dpa/lby) – Knapp sechs Wochen nach einer Schlägerei in Passau, bei der ein 15-Jähriger getötet wurde, sind von den sechs Tatverdächtigen nur noch zwei erwachsene Männer in U-Haft – und zwar wegen Fluchtgefahr. Dies hat das Polizeipräsidium Niederbayern am Mittwoch mitgeteilt.

Gegen drei beschuldigte Jugendliche habe der zuständige Ermittlungsrichter die wegen Verdunkelungsgefahr erlassenen Haftbefehle auf Antrag der Staatsanwaltschaft außer Vollzug gesetzt. Der Richter habe entschieden, dass der Verdunkelungsgefahr nach der Anhörung von mehr als 30 Zeugen durch weniger einschneidende Maßnahmen begegnet werden könne. Dazu wurden gegen die Beschuldigten weitreichende Kontaktverbote verhängt. Auch der Beschluss zur Unterbringung eines weiteren Jugendlichen in einer geschlossenen pädagogischen Einrichtung wurde aufgehoben.

Bei der Schlägerei in Passau war der 15 Jahre alte Schüler Maurice K. verletzt zu Boden gegangen und wenig später gestorben. Er hatte sich mit einem Gleichaltrigen verabredet, um einen Streit auszutragen, doch dann eskalierte die Situation. Den sechs Tatverdächtigen wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Laut Obduktion erstickte der Schüler an seinem eigenen Blut.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei in Passau dauern noch an. Neben noch nicht abgeschlossenen Handyauswertungen stünden noch weitere Untersuchungen der Rechtsmedizin in München aus, hieß es.