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Nach Unfall an Zugspitzbahn: Seilbahnkabine geborgen

Grainau (dpa/lby) – Gut eine Woche nach dem Unfall an der Zugspitzseilbahn haben Fachleute die beschädigte Kabine geborgen. Sie wurde am Freitagvormittag zur Bergstation gebracht, wie die Bayerische Zugspitzbahn in Garmisch-Partenkirchen mitteilte. Die Kabine sei mit einer Geschwindigkeit von zehn Zentimetern pro Sekunde rund 280 Meter nach oben gezogen worden.

«Wir sind sehr erleichtert. Der erste wichtige Schritt ist geschafft», sagte Martin Hurm, Betriebsleiter Seilbahnen und Lifte Zugspitze. Die Fachleute des Seilbahnherstellers Garaventa hätten sehr professionell gearbeitet und die havarierte Seilbahnkabine ohne Komplikationen zum Berg gebracht.

In der vergangenen Woche war nach der regulären Betriebszeit bei einer Routineübung ein Bergekorb auf eine der beiden Seilbahnkabinen gerauscht. Verletzt wurde niemand. Seitdem steht die Bahn still.

In einem nächsten Schritt muss nun der Bergekorb entfernt werden. Dann soll nach dem derzeitigen Bergekonzept die stark beschädigte Seilbahnkabine provisorisch fahrtauglich gemacht und im Ganzen ins Tal gefahren werden. Wann es damit weitergeht und wann die Bahn wieder regulär fahren kann, ist offen. Die Anfertigung einer neuen Seilbahnkabine und der zugehörigen Teile, darunter ein neues Laufwerk, ist bereits in Auftrag gegeben.

Deutschlands mit 2962 Metern höchster Gipfel kann trotz des Unfalls besucht werden: Die Zahnradbahn fährt regulär. Damit ist auch der Beginn der Skisaison am 16. November gesichert. Auch 2017 hatte es zum Wintersport-Start wegen des Neubaus keine Seilbahn gegeben.

Die neue, hochmoderne Seilbahn mit den bodentief verglasten Kabinen für bis zu 120 Passagiere hatte erst am 21. Dezember 2017 nach drei Jahren Planungs- und weiteren drei Jahren Bauzeit ihren Betrieb aufgenommen. Mit 3213 Metern von der einzigen Stütze bis zur Bergstation ist die Entfernung so groß wie bei keiner anderen Seilbahn. Einzigartig ist auch der Höhenunterschied von 1945 Metern zwischen Tal- und Bergstation.