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RB: Hwang und Poulsen harmonieren in Nürnberg

Nürnberg/Leipzig (dpa) – Fußball-Alltag bei RB Leipzig ohne Timo Werner – kann das funktionieren? Ja, es funktioniert. Der blitzsaubere Pokalauftritt der Sachsen beim 1. FC Nürnberg zeigte, dass es auch nach dem Königsklassen-Abenteuer von Lissabon auf nationaler Ebene ohne den zum FC Chelsea abgewanderten Nationalspieler geht. Und dass sein Nachfolger Hee-chan Hwang durchaus auch in der Bundesliga für Furore sorgen kann.

Der Südkoreaner war beim 3:0 (1:0)-Sieg neben Tyler Adams der auffälligste Spieler auf dem Platz. Bei der Entstehung des ersten Tores durch Amadou Haidara (3.) war er involviert, den zweiten Treffer durch Yussuf Poulsen (67.) bereitete er direkt vor und schließlich krönte er sein starkes RB-Debüt mit dem 3:0 in der Schlussminute. «Erstes Spiel, erstes Tor. Ich freue mich sehr», sagte Hwang durchaus glücklich.

In Salzburg war der Stürmer in den vergangenen Jahren zu einem gefährlichen Angreifer gereift. Mit Werner eint ihn die Schnelligkeit und der Zug zum Tor. Anders als Werner aber ist er wegen seiner Stämmigkeit auch im Strafraum jederzeit ein Gefahrenherd. Und das ohne Spielpraxis. «Mein letztes Spiel war vor zwei Monaten. Eigentlich hätte ich gern ein Testspiel gehabt. Aber ich habe fleißig mit dem Trainerteam und meinen neuen Kollegen trainiert, das haben wir heute super umgesetzt», sagte Hwang.

Auffällig war, dass er sofort mit Yussuf Poulsen nach dessen Einwechslung harmonierte. «Mister Pokal» bei RB verwertete einen wunderbaren Rückpass von Hwang, um ihm bei dessen Treffer aufzulegen. In 19 Pokal-Einsätzen für die Leipziger hat der Däne nunmehr 19 Torbeteiligungen – eine überragende Quote.

Trainer Julian Nagelsmann sah, was er sehen wollte. «Hwang hat sich mit dem Tor Selbstvertrauen für die Liga und die Champions League geholt», sagte der Coach. Und auch über das Zusammenspiel mit Poulsen freute er sich. «Ich habe immer gesagt, dass wir Timo nicht eins zu eins ersetzen können, sondern dass es auf viele Schultern verteilt werden muss.»

Hwang, Poulsen – und vielleicht noch Alexander Sörloth für den RB-Angriff? Seit Samstag ist das Angebot für den 24-Jährigen offiziell. Sörloth sei ein «guter Spieler», das Interesse an ihm «kein extremes Geheimnis, trotzdem gestalten sich die Verhandlungen komplex», erläuterte Nagelsmann, da es um Gespräche mit gleich zwei Vereinen gehe. Deshalb sei die Sache «sehr sehr kompliziert». Sörloth gehört eigentlich Crystal Palace aus England, spielte aber zuletzt für Trabzonspor in der Türkei.

Ein paar Sorgenfalten hat der RB-Trainer vor dem Saisonstart am Sonntag gegen den FSV Mainz 05 dennoch. Mittelfeldmotor Konrad Laimer muss operiert werden, fällt wohl vier Wochen aus. Und Kapitän Marcel Sabitzer musste zur Halbzeit ausgewechselt werden. Ob es eine wie von Nagelsmann vermutete Zerrung ist und wie schwerwiegend diese ist, war am Sonntag noch unklar.