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Naturschützer und Waldbesitzer gegen Reform beim Jagdgesetz

München (dpa/lby) – Naturschützer und Waldbesitzer in Bayern fordern Nachbesserungen beim Entwurf für das neue Bundesjagdgesetz. Junge Bäume müssten besser vor Rehen geschützt werden, erklärten der Bund Naturschutz (BN) und der Bayerische Waldbesitzerverband am Mittwoch in einer digitalen Pressekonferenz.

Für die Jagd nach Rehen sollen weiter jährliche Abschusspläne festgelegt werden, schlagen die Verbände vor. Die Behörden sollen den Abschuss kontrollieren und gegebenenfalls auch sanktionieren. Außerdem sollen sie alle drei Jahre ein Gutachten über die Vegetation erstellen.

«Ziel der Jagd muss es sein in Zeiten des Klimawandels, Naturverjüngung durch Saat und Pflanzen zu ermöglichen», sagte Götz von Rotenhan, Vizepräsident des Waldbesitzerverbands Bayern. Zäune zum Schutz gegen Rehe seien keine Lösung, da sie bei schlechtem Wetter oftmals beschädigt würden.

Die erste umfassende Novelle des Jagdgesetzes seit 1976 sieht unter anderem vor, dass es grundsätzlich keine behördliche Abschussplanung mehr gibt. Stattdessen sollen sich Waldbesitzer und Jäger vor Ort auf jährliche Mindest- und Höchstzahlen für den Abschuss einigen. Ferner soll durch die Reform die nächtliche Jagd auf Wildschweine erleichtert und der Bleigehalt in Büchsenmunition gesenkt werden.

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