Neu aufstellen in schwerer Krise: Handwerkskammer für Oberfranken geht an die Öffentlickeit

Die Handwerkskammer für Oberfranken befindet sich in der schwersten Krise seit ihrer Existenz. Das hat Vizepräsident Matthias Graßmann am Freitag deutlich gemacht. Die HWK geht an die Öffentlichkeit, nachdem der Präsident zurückgetreten ist und man sich vom Hauptgeschäftsführer getrennt hat.

Im Zentrum der Krise steht die HWK-Steuerberatertochter GTO. Deren Ex-Geschäftsführer soll über zwei Millionen Euro am Finanzamt vorbei geschmuggelt haben. Der Vorstand der HWK habe davon erst 2019 erfahren, heißt es. Dem Präsidenten und dem Hauptgeschäftsführer wird vorgeworfen ihre Kontrollpflicht als Aufsichtsräte der GTO verletzt zu haben. Die Rede ist zusätzlich von Hunderttausenden Euro, die verschwunden sind. Aufsichtsratschef war Ex-HWK-Hauptgeschäftsführer Horst Eggers, inzwischen zurückgetreten, aber wohl reich entlohnt.

Vizepräsident Matthias Graßmann nennt im Gespräch mit unserem Sender 30.000 Euro, die Eggers als Aufsichtsratschef erhalten haben soll, für eine Sitzung.  Solche Summen seien im Handwerk nicht darstellbar und das wolle man so nicht mehr haben, so Graßmann.

Gleichzeitig gab es aber auch Zwistigkeiten mit der Handwerkskammer in Coburg. Die hat aus den Fusionsverträgen von 2001 die Zusicherung, als eigener Standort erhalten zu bleiben. Mit der Diskussion um die Berufsbildungs- und Technologiezentren, die die HWK in ganz Oberfranken optimieren und neu aufstellen will, gab es um den Standort Coburg wohl Streit.

Erklärtes Ziel der HWK ist eine restlose Aufklärung und eine neue Basis. Ende November in der Vollversammlung soll ein neuer Präsident gewählt werden.