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NürnbergMesse will mit Wasserstoff-Kraftwerk autark werden

Nürnberg (dpa/lby) – Die NürnbergMesse, getragen von Stadt Nürnberg und Freistaat Bayern, will als erste Messegesellschaft der Welt ein Wasserstoff-Kraftwerk bauen und bis 2028 energetisch komplett autark wirtschaften. Das kündigten Geschäftsführer Roland Fleck und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Mittwoch in Nürnberg an. Das Kraftwerk soll bis Ende 2023 stehen und dann zunächst die Grundlast abdecken, fünf Jahre später soll die komplette Energie für das Nürnberger Messewesen Kohlendioxid-frei geliefert werden können.

Vorgesehen sei ein Investitionsvolumen in zweistelliger Millionenhöhe. Allein die reine Technik werde 30 bis 40 Millionen Euro kosten. Das Kraftwerk soll auf großen Photovoltaik-Flächen auf den Dächern der Messehallen fußen. Die daraus gewonnene Energie soll mit Hilfe von Wasserstoff gespeichert und dann später über Brennstoffzellen und Wasserstoff-Tankstellen verbraucht werden. Reine Photovoltaik – ohne Wasserstoff – sei für die Messe nicht geeignet, da viel Energie in den sonnenarmen Wintern und wenig Energie in den sonnstarken Sommern gebraucht werde, hieß es.

Die Investition in Nürnberg ist Teil der Wasserstoff-Initiative des Freistaates Bayern. Nach Angaben von Aiwanger will der Freistaat bis 2030 ein Netz von 100 Wasserstofftankstellen schaffen. Dazu stünden 50 Millionen Euro an Fördermitteln bereit. Aiwanger forderte die Akteure aus dem Energiesektor auf, die Wasserstoff-Initiative mitzutragen, auch wenn die Profitabilität derzeit noch nicht in vollem Umfang gegeben sein möge.

Wasserstoff habe Potenzial für die Luftfahrt, für die Industrie, als Lkw-Treibstoff und als Speichermedium für Photovoltaik-Strom, etwa wenn für ältere Anlage die Einspeisevergütung auslaufe. «Wir müssen überall Akteure finden, die sich von der Wasserstofftechnik Profit versprechen», sagte Aiwanger.