© Lino Mirgeler

Plädoyers im Prozess um Geiselnahme in Jugendamt erwartet

Ingolstadt (dpa/lby) – Das Landgericht Ingolstadt setzt am Mittwoch (9.15 Uhr) den Prozess gegen den Geiselnehmer aus dem Jugendamt im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm fort. Im Laufe des Verhandlungstages sollen die Plädoyers gehalten werden, das Urteil ist für Freitag geplant.

Nachdem der 29-Jährige zu Beginn des Verfahrens alle Vorwürfe einräumte, muss die Strafkammer nun insbesondere noch prüfen, ob der Geiselnehmer aufgrund psychischer Probleme möglicherweise nur eingeschränkt oder gar nicht schuldfähig ist. Bereits seit der Tat ist der Angeklagte in einer Psychiatrie untergebracht.

Er hatte im November 2017 eine Mitarbeiterin des Jugendamtes mit einem Messer bedroht und gefangen gehalten. Bei zwei Fluchtversuchen verletzte der Geiselnehmer das Opfer mit der Waffe. Nach mehr als fünf Stunden konnten zwei als Notärzte verkleidete Polizisten den Mann überwältigen.

Auslöser für die Tat war, dass die Tochter des 29-jährigen Deutschen bei einer Pflegefamilie untergebracht war. Da die Mutter und frühere Freundin des Angeklagten an einer psychischen Erkrankung litt, hatten die Behörden Zweifel, dass sie sich um ihr Kind kümmern kann. Der Vater verlangte bei der Geiselnahme, dass das damals fast zwei Jahre alte Mädchen sofort wieder zur Mutter gebracht wird.