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Plädoyers im Terror-Prozess um Anschläge von Waldkraiburg

Waldkraiburg/München (dpa/lby) – Der Prozess um Anschläge auf türkische Läden im oberbayerischen Waldkraiburg steht vor dem Ende. Heute sollen vor dem Oberlandesgericht (OLG) München die Plädoyers beginnen. Die Bundesanwaltschaft wirft einem Deutschen kurdischer Abstammung versuchten Mord in 31 Fällen, schwere Brandstiftung und Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor.

Der Mann, der sich selbst als Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) bezeichnete, plante Ermittlern zufolge unter anderem Anschläge auf türkische Einrichtungen und Moscheen und wollte Imame erschießen.

Seine Festnahme am 8. Mai 2020 könnte weitere Taten verhindert haben. Als die Polizei zugriff, hatte er Rohrbomben und kiloweise Sprengstoff dabei, die er vorher lange in seinem Auto in einer Tiefgarage in Garching an der Alz gelagert hatte. Vor Gericht räumte der Angeklagte ein, noch ganz andere Taten geplant zu haben: Anschläge auf mehrere Moscheen des Islamverbandes Ditib, auf das türkische Generalkonsulat in München und die Ditib-Zentralmoschee in Köln

Der Angeklagte wurde im Laufe des Prozesses in der Psychiatrie untergebracht. Das Gericht hatte bereits zu Beginn des Prozesses Anfang März darauf hingewiesen, dass eine mögliche psychische Erkrankung des jungen Mannes und die Unterbringung in einer Klinik im Raum stehe. Das Urteil in dem Verfahren könnte am Freitag kommender Woche (23. Juli) fallen.

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