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Polizei-Azubi stirbt durch Dienstwaffe: Tathergang unklar

Würzburg/München (dpa/lby) – Nach dem Tod eines Auszubildenden der Bereitschaftspolizei in Würzburg durch den Schuss aus einer Dienstwaffe eines Kollegen laufen die Ermittlungen weiter. Der genaue Ablauf des Unglücks war auch am Samstag unklar, wie es aus Ermittlerkreisen hieß. Ein 19 Jahre alter Polizeischüler soll am Donnerstagabend in einer Unterkunft der Bereitschaftspolizei den 20-Jährigen nach ersten Ermittlungen versehentlich erschossen haben.

In den Wechselschichten müssen Polizeianwärter nach Angaben von Beamten ihre Waffen stets nach dem Dienst entladen und die Munition abgeben. Bei Antritt des neuen Dienstes holen sie die Munition demnach wieder ab. Ungeklärt ist in dem Fall nach Angaben aus Ermittlerkreisen, warum sich in der Waffe zu dem Zeitpunkt des Vorfalls Munition befand, die der Auszubildende an sich hätte abgeben müssen – und warum das Fehlen dieser Munition nicht auffiel. Ähnlich hatte sich zuvor schon der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Bayern, Peter Schall, geäußert.

Gegen den 19-jährigen Schützen wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte am Freitag gesagt, es sehe danach aus, dass ein Polizeikollege seine Waffe nicht richtig entladen habe und noch ein Schuss im Lauf gewesen sei. Der Minister ging davon aus, dass es sich um menschliches Versagen handelte.

Es geschieht immer wieder, dass sich Schüsse aus Dienstwaffen lösen. Erst eine Woche zuvor hatte ebenfalls in Würzburg ein Polizist eine Fensterscheibe durchschossen, weil er dachte, dass seine Waffe nicht geladen sei.