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Amokfahrer zu Haftstrafe verurteilt

Coburg (dpa/lby) – Weil er im Drogenrausch mit seinem Lastwagen durch Nordbayern gerast war und mehrere Autos demoliert hatte, muss ein 39-Jähriger ins Gefängnis. Das Landgericht Coburg verurteilte ihn am Montag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten – zudem ist er seinen Führerschein los. Der Mann wurde des fahrlässigen Vollrauschs schuldig gesprochen. Die Amokfahrt im Januar hatte vier Stunden gedauert und sich über mehr als 300 Kilometer erstreckt.

Der Angeklagte hatte am 23. Januar Amphetamine genommen und eine Spur der Verwüstung durch Nordbayern gezogen. Er stieß unter anderem auf der Autobahn 3 absichtlich gegen einen anderen Lastwagen, fuhr später in Schlangenlinien über die A73 und lieferte sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Den Dienstwagen eines Beamten rammte der 39-Jährige mit seinem Sattelzug frontal.

Nach vier Stunden blendete ein Polizeihubschrauber den Fahrer und zwang ihn so zum Anhalten. Beamte nahmen ihn schließlich fest. Ein Polizist leidet nach eigenen Angaben noch heute unter einem Trauma. Er trat als einer von zwei Nebenklägern in dem Prozess auf.

Das Gericht habe klären müssen, ob der Mann bei der Tat schuldfähig gewesen war. Weil das nicht eindeutig war, galt: Im Zweifel für den Angeklagten, wie der Vorsitzende Richter sagte.