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Prozess um ausgehobenes Callcenter falscher Polizeibeamter

Izmir/München (dpa) – In der Türkei sind im Prozess gegen die mutmaßlichen Köpfe einer Betrügerbande 13 Verdächtige aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Es handle sich hierbei unter anderem um Menschen, denen man bisher wenig nachweisen konnte, erklärte ein Prozessbeobachter am Freitag in Izmir. Mehr als ein Dutzend Menschen seien noch in Haft. Wie viele genau, war unklar.

Von einem Callcenter in Izmir aus sollen sie arglose Menschen vor allem in München um viel Geld gebracht haben, indem sie sich als Polizisten ausgaben. Die Ermittler kamen ihnen über ihre Komplizen auf die Schliche, die Geld und Wertgegenstände in München von den meist älteren Menschen abholen sollten.

Seit 2017 hatte die Münchner Polizei gemeinsam mit Kollegen aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen und des Bundeskriminalamtes (BKA) gegen die Köpfe der Bande ermittelt. Der mutmaßliche Chef der Organisation war nach Polizeiangaben im Jahr 2012 als damals 23-Jähriger aus dem Bremer Landgericht geflüchtet, hatte sich in die Türkei abgesetzt und dort dann das Callcenter geführt.

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