Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen., © Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Prozess um Bad Grönenbacher Tierschutz-Skandal im Herbst

Der erste Prozess um den Tierschutz-Skandal im schwäbischen Bad Grönenbach soll ab 20. September stattfinden. Wie das Landgericht Memmingen am Freitag mitteilte, sind bis Ende Oktober zunächst 16 Verhandlungstage geplant.

Der Skandal um Rinder, die auf Bauernhöfen in Bad Grönenbach (Landkreis Unterallgäu) gequält worden sein sollen, war im Sommer 2019 bekannt geworden. In der Folge gab es Ermittlungen gegen mehrere Landwirte von verschiedenen Betrieben, die Kripo bildete eine Sonderkommission mit zeitweise mehr als zwei Dutzend Beamten. Daraus resultierten mehrere Anklagen. Später wurden auch Vorwürfe gegen Beschuldigte aus anderen Regionen bekannt.

In dem nun bevorstehenden Prozess sind ein Vater und sein Sohn angeklagt, die außer im Unterallgäu auch Höfe im Landkreis Oberallgäu sowie in der Stadt Kempten betrieben haben sollen. Sie sollen mehrere Monate lang 54 Kühen Leiden zugefügt haben. Laut Staatsanwaltschaft geht es insbesondere darum, dass kranke Tieren keine tierärztliche Behandlung bekamen.

Ursprünglich sollte das Verfahren bereits im vergangenen Jahr beginnen. Es wurde allerdings verschoben, weil die Strafkammer vorrangige Verfahren abarbeiten musste. In einem ähnlichen Verfahren hatte das Landgericht Kempten im Dezember 2021 drei Angeklagte wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz zu Bewährungsstrafen verurteilt. Dabei ging es um einen Hof im Oberallgäu.