Blick aufs Landgericht Hof., © Matthias Merz/dpa

Prozess um versuchten Mord: Junge Raser zeigen vor Gericht Reue

Die beiden jungen Männer, die sich letzten November auf der A9 mit der Polizei eine Verfolgungsjagd mit teils 250 km/h geliefert hatten, bedauern ihre Tat, vor allem, dass ein Polizist lebensgefährlich verletzt wurde, als sie bei Münchberg eine Straßensperre durchbrochen haben.
Zum Prozessauftakt gestern wurden Details bekannt. Die beiden 23 und 25 Jahre alten Angeklagten aus dem Raum Berlin saßen in einem 600 PS-Audi, an dem gestohlene Kennzeichen angebracht waren – sehr vermutlich um bei Radarkontrollen die Herkunft zu verschleiern.
Der heute 25-jährige Fahrer hatte gar keinen Führerschein und war nach einem Freigang nicht in seine JVA zurückgekehrt. Dem vorbestraften jungen Mann droht eine längere Gefängnisstrafe, die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord vor.
Sein 23-jähriger Beifahrer soll ihn zu der rasanten Fahrt über die Autobahnen angestiftet haben, also zu einem verbotenen Autorennen.
Der damals verletzte Polizist ist Nebenkläger vor Gericht. Er hat geschildert, wie er nach dem Zusammenprall mit dem Fluchtauto alleine und mit mehreren offenen Brüchen in einer Wiese lag und Angst hatte, sein Bein zu verlieren, das nur noch an zwei Sehnen hing. Er lag monatelang im Krankenhaus, wurde inzwischen acht Mal operiert und wird nach Auskunft seiner Ärzte lebenslang an den Folgen leiden.