Reformgruppen wünschen Würdigung des Synodalen Weges

Reform-Organisationen wie «Wir sind Kirche» hoffen, dass Rom nach dem Besuch der deutschen Bischöfe im Vatikan ein eindeutiges Zeichen der Würdigung des Synodalen Weges sendet. Der sogenannte Ad-limina-Besuch in dieser Woche werde eine Nagelprobe für praktizierte Synodalität und Kollegialität in der römisch-katholischen Kirche sein, wie am Sonntag aus einem offenen Brief eines Bündnisses von Organisationen zu Fragen der katholischen Kirche hervorging. «Wir als Kirchenvolk hoffen, dass endlich ein breiter Dialog über die Themen des Synodalen Weges in Deutschland und auch alle anderen brennenden Fragen eingeleitet und die gefährliche Kommunikationslücke mit dem Vatikan geschlossen wird.»

Die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) halten sich in dieser Woche in Rom auf. In regelmäßigen zeitlichen Abständen besuchen die unterschiedlichen Bischofskonferenzen der Welt die Gräber der Apostel Petrus und Paulus in Rom, besprechen sich mit den Dikasterien der Kurie und erhalten eine Audienz beim Papst. Zuletzt waren die Bischöfe aus Deutschland 2015 zum Ad-limina-Besuch in Rom.

Der DBK-Vorsitzende Georg Bätzing hatte bereits angekündigt, in Rom für den Reformprozess des Synodalen Wegs werben zu wollen. «Es gibt klar erkennbaren Gesprächsbedarf», sagte der Limburger Bischof am Samstag. Er sei sehr überzeugt von dem, «was wir als Weg der Umkehr und Erneuerung für die Kirche in unserem Land im Synodalen Weg zusammen mit vielen machen».

Auf dem Synodalen Weg wollen die Bischofskonferenz und die im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zusammengeschlossenen Laien seit 2019 Änderungen in der kirchlichen Sexualmoral, bei der Rolle von Frauen in der Kirche sowie beim Umgang mit Macht und Zölibat erreichen. Auslöser des Reformprozesses war die massive Vertrauenskrise unter dem Eindruck zahlreicher Fälle von sexualisierter Gewalt in der Kirche.