Reisebüros in Not: Lichtenfelser Unternehmer sieht nicht nur Corona als Grund

In der Tourismusbranche leben die Großen auf Kosten der Kleinen. Das hat ein Lichtenfelser Reisebürobetreiber jetzt bei einem Krisenbesuch von Landrat Meißner deutlich gemacht. Die Tourismusbranche leide weltweit, um 56 Prozent ist die Zahl der internationalen Touristen wegen Corona gesunken.

Gerd Laatz, Reisekaufmann in Lichtenfels sagt, die Not vor allem bei den kleineren Reiseanbietern komme nicht nur von Corona. 80 Prozent der Umsätze mit Pauschalreisen erarbeiteten die kleinen Reisebüros. Für die falle aber immer weniger Provision ab, während die Gewinne für die Veranstalter immer weiter wachsen. Er fordert, wer trotz Corona vereisen will, sollte beim lokalen Reisebüro buchen, nur dort habe er Sicherheiten, die es bei online-Portalen nicht gebe.

Laatz hatte schon im April an die Bundeskanzlerin geschrieben. Es bedürfe weiterer Verbesserungen und Lösungsansätze, die es den Unternehmen erlaubten, unter Wahrung des an erster Stelle stehenden Gesundheitsschutzes ihrer Arbeit nachgehen und Umsätze erzielen zu können.

Statt einer pauschalen Reisewarnung brauche es eine differenzierte Risikobewertung. Laatz rechnet damit, dass sich seine Branche erst 2023 langsam wieder erholt.