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Rhönzügle dampft wieder zum Freilandmuseum Fladungen

Fladungen (dpa/lby) – Volldampf voraus im Fränkischen Freilandmuseum in Fladungen. Vom 1. Mai an kann das Museumsgelände wieder mit dem Rhönzügle erreicht werden. Mit dem Start der Fahrten ist auch wieder eine alte Bekannte im Dienst: die dampfbetriebene Museumslok aus dem Jahr 1924. Die in die Jahre gekommene Maschine musste wieder fit für den Fahrbetrieb gemacht werden. In einer Werkstatt in Krefeld (Nordrhein-Westfalen) sind in den vergangenen zwei Jahren deshalb das Fahrwerk, die Dampfmaschine und der Kessel grundsätzlich überholt worden, wie Lothar Huber vom Verein Rhönzügle sagte. «Damit kann die Lok nun ohne weiteren großen Aufwand zwei Betriebsperioden mitmachen – das sind 16 Jahre.»

Gemeinsam mit etwa 20 Leuten setzt Huber das Rhönzügle in den kommenden Monaten an 21 Tagen in Bewegung, an 14 davon mit Dampf, ansonsten im Dieselbetrieb. Die Vereinsmitglieder arbeiten dabei ehrenamtlich als Heizer, Lokführer, Zugführer, Zugleiter und Schaffner. Die nun wieder aktivierte Dampflok ist Huber zufolge ein sogenanntes bewegliches Denkmal.

Die historische Bahn ist einem Museumssprecher zufolge ein Alleinstellungsmerkmal des Fränkischen Freilandmuseums. Einen direkten Bahnanschluss mit eigener Museumslok habe sonst kein Freilandmuseum. Die 18 Kilometer lange Strecke des Rhönzügles führt im Landkreis Rhön-Grabfeld von Mellrichstadt nach Fladungen und damit durch das idyllische Streutal.

Die 46 Tonnen schwere und 450 PS starke Lok ist 94 Jahre alt. Bevor sie eine Museumslok werden durfte, fuhr sie bis zu ihrer Ausmusterung im Jahr 1970 auf vielen bayerischen Strecken. Schließlich stand sie fast 20 Jahre lang vorm Schweinfurter Hauptbahnhof auf einem Denkmalsockel. Zur Jahrtausendwende schließlich wurde ihr ein neues Leben eingehaucht. Seitdem schiebt und zieht die alte Lok die Waggons auf der 18 Kilometer langen Strecke hin und her.

Das Fränkische Freilandmuseum beantwortet seit 1990 die Frage: Wie lebten, arbeiteten und feierten die Menschen in Nordbayern eigentlich vor 200 Jahren? Seitdem kommen jährlich mehr als 50 000 Menschen auf das etwa zwölf Hektar große Gelände. Dort finden sie Bauernhäuser, Ställe, eine Dorfkirche und eine Schule ebenso wie eine alte Ölmühle und eine Büttnerei. Auch Tiere, Felder, Weiden und Streuobstwiesen fehlen nicht. Schauspieler hauchen den historischen Gebäuden zudem regelmäßig mit Schauvorführungen Leben ein.