Der Dortmunder Trainer Marco Rose steht vor Spielbeginn auf dem Platz., © Daniel Karmann/dpa

Rose entkräftet Blitz-Wirbel nach Vize-Meisterschaft

Marco Rose lächelte gequält. Nach Aussagen von Borussia Dortmunds Lizenzspielerchef Sebastian Kehl am Rande des Spiels gegen die SpVgg Greuther Fürth sah sich der Coach auf einmal mit Spekulationen zu seiner Zukunft konfrontiert. «Ich bin nächstes Jahr noch Trainer von Borussia Dortmund», betonte Rose nach dem Schlusspfiff im TV-Sender Sky: «Ich freue mich darauf.»

Zuvor hatte Kehl zweimal auf die Frage, ob Rose auch nächste Saison noch Trainer der Dortmunder sei, geantwortet, dass er davon ausgehe. Das genügte, um eine Blitz-Debatte um Rose zu entfachen, der in Dortmund noch einen Vertrag bis zum Sommer 2024 besitzt.

«Was soll ich euch dazu sagen? Ihr versucht aus irgendwelchen Dingen, irgendwas zu zaubern», antwortete Rose nach dem 3:1 (1:0) gegen Absteiger Fürth dem Sky-Reporter. Mit Blick auf die Vereinsführung um Hans-Joachim Watzke versicherte der Dortmunder Coach: «Wir arbeiten sehr vertrauensvoll zusammen.»

Dabei hatte Rose am Samstag zumindest ein kleines bisschen Grund zur Freude. Julian Brandt schoss den Verein, der in dieser Saison in den Cup-Wettbewerben sehr enttäuscht hat, immerhin zur Vize-Meisterschaft. Der Nationalspieler räumte mit einem Doppelpack gegen Fürth letzte theoretische Zweifel an Platz zwei hinter Dauerchampion FC Bayern München aus.

Für die Dortmunder war der Heim-Abschied von Fürths Trainer Stefan Leitl lange wie ein Sommerkick ohne nötige Schärfe und Tempo, in der Schlussphase drehten sie am Samstag aber auf. Brandt verwertete in der 26. Minute die erste BVB-Chance und stellte nach dem Seitenwechsel die erneute Führung her (72.). Mit seinem ersten Bundesligator ließ Jessic Ngankam (70.) die Fürther Anhänger zwischenzeitlich jubeln. Felix Passlack (77.) erhöhte jedoch mit einem abgefälschten Schuss im mit 16.626 Fans ausverkauften Stadion.

Die Borussia um den diesmal torlosen Erling Haaland zeigte nach dem indiskutablen 3:4 gegen den VfL Bochum nur eine klitzekleine Reaktion und gewann durch ihre höhere individuelle Klasse. Die Fürther waren in ihrem letzten Heimspiel ein lange Zeit ebenbürtiger Gegner.

Die emsigen Fürther gewährten dem BVB nur wenig Raum. Dafür sorgte Leitl auch mit einer cleveren Umstellung: Stürmer Jamie Leweling gab teils sogar einen linken Außenverteidiger und bremste so die Offensivbemühungen der Dortmunder über deren rechter Seite.

Den Fürther Jubel über die vermeintliche Führung in der 23. Minute durch Kapitän Branimir Hrgota verdarb der Videoschiedsrichter wegen Abseits. Die technisch deutlich überlegenen Dortmunder konterten mit einem Abstauber: Keeper Andreas Linde ließ einen Schuss von Raphaël Guerreiro nur abklatschen, Brandt setzte erfolgreich nach.

Von einem «traurigen Tag» sprach der Fürther Geschäftsführer Rachid Azzouzi, weil er Aufstiegstrainer Leitl vor der Partie verabschieden musste. Der 44-Jährige, der wohl zu Hannover 96 wechselt, erhielt viel Zuspruch von den Rängen, seine Spieler klatschten ihm Beifall.

Die Dortmunder hatten in der zweiten Hälfte mehr Raum gegen mutiger nachrückende Gastgeber. Haaland blieb aber erstmal immer wieder an einem Fürther Gegenspieler hängen und wurde später ohne die ganz großen Akzente ausgewechselt.

Mit einem sehenswerten Lupfer schenkte Ngankam den fränkischen Fans den verdienten Torjubel. «Ich habe das oft im Training versucht, da hat es aber nicht geklappt», räumte der junge Stürmer ein. Im Gegenzug vollendete erneut Brandt einen Dortmunder Konter. Passlack tunnelte Fürths Torwart Linde dann auch noch. Ein Tor von Jude Bellingham (85.) zählte wegen Abseits nicht.