© Dr. Oliver Wings Naturkundemuseum Bamberg E-Mail: wings@snsb.de

Saurierskelett gefunden: Forscher beschreiben neuen Flugsaurier von Wattendorf bei Bamberg

In Oberfranken hat man schon wieder einen ungewöhnlichen Saurier gefunden – also die Knochen davon. Ein Pterosaurier mit einem löffelförmigen Schnabel und mehr als 400 Zähnen, von denen einige sogar Haken haben. Der Pterosaurier soll vor rund 154 Millionen Jahren in der damaligen flachen Lagunenlandschaft bei Wattendorf im Landkreis Bamberg gelebt haben.

Die Zähne lassen den Fachleuten zufolge auf eine für Flugsaurier außergewöhnliche Ernährungsweise schließen: Balaenognathus maeuseri nutzte vermutlich seinen löffelförmigen Schnabel, um Wasser einzusaugen. Durch die Zähne presste er dann überschüssige Flüssigkeit wieder raus, wobei Garnelen und Ruderfußkrebse in seinem Maul hängen blieben.

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Das gut erhaltene Skelett hatten Forschende im Herbst 2011 zufällig gefunden, als sie in dem Steinbruch bei Wattendorf im Landkreis Bamberg einen großen Kalksteinblock bargen, der Krokodilknochen enthielt.
Seinen Artnamen maeuseri erhielt der neue Pterosaurier zu Ehren des ehemaligen Leiters des Naturkundemuseums Bamberg, Matthias Mäuser. Dieser ist auch Mitautor der Studie, starb aber während der Arbeit an der Veröffentlichung im Jahr 2021.

 

Bild1: Der neue Flugsaurier Balaenognathus maeuseri ist im Naturkundemuseum Bamberg zu sehen. (Bild: Martill, et. al. 2023 A new pterodactyloid pterosaur with a unique filter-feeding apparatus from the Late Jurassic of Germany. PalZ)

Bild2: Rekonstruktion von Balaenognathus maeuseri (Künstler: Joschua Knüppe)