Schiffswrack der Familie Fugger in der Nordsee gefunden

Augsburg/Den Haag (dpa/lby) – Ein Schiffswrack mit Kupferplatten der Augsburger Handelsfamilie Fugger ist auf dem Boden der Nordsee gefunden worden. Es sei das älteste Wrack, das jemals in niederländischen Gewässern entdeckt worden sei, teilte das Kulturministerium in Den Haag mit. Das Schiff war vermutlich 30 Meter lang, wurde um das Jahr 1540 gebaut und transportierte Kupfer der Fugger. Darauf weisen aus dem Wasser geborgene Kupferplatten mit dem Markenzeichen der damals mächtigen und reichen deutschen Handelsfamilie hin, die im 16. Jahrhundert ein Kupfer-Monopol hatte.

Die Bergungsexperten hatten das Wrack zufällig bei den niederländischen Wattenmeer-Inseln entdeckt. Sie waren auf der Suche nach den mehr als 340 Containern, die Anfang Januar vom Frachtschiff MSC Zoe über Bord gegangen waren. «Dieser Fund ist ein Glück im Unglück», sagte die niederländische Kulturministerin Ingrid van Engelshoven. Der Fund sei eine «Bereicherung des niederländischen Kultur-Erbes.»

Inzwischen laufen Planungen für die Bergung des Wracks. Diese soll voraussichtlich im Sommer stattfinden, wie ein Sprecher der Cultural Heritage Agency der Niederlande am Freitag sagte. Wie lange es dauern werde, das jahrhundertealte Schiff aus dem Meer zu holen, sei noch nicht absehbar. Dafür gelte es, erst die Umgebung des Schiffes im Meer zu erkunden. Bislang war noch kein Taucher unten beim Wrack. Die nun gefundenen Kupferplatten waren bei der Suche nach den Containern von einem Schiff aus an die Wasseroberfläche gezogen worden.