Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel., © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Schwangere Lehrerinnen: Lehrerverband fordert Klarheit

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) ist mit der noch unkonkreten Ankündigung, dass schwangere Lehrerinnen in Bayern in absehbarer Zeit wieder unterrichten dürfen, auf Kritik gestoßen. Der Bayerische Philologenverband forderte am Mittwoch rasch Klarheit und die entsprechenden konkreten Entscheidungen.

«Die aktuellen Aussagen des Kultusministers zum Einsatz Schwangerer an Schulen nähren viele Spekulationen und sorgen für große Unsicherheit und Verärgerung bei den betroffenen Schwangeren, vertretenden Lehrkräften sowie Schulleitungen», sagte der Vorsitzende des Verbandes, Michael Schwägerl. Es stoße zudem bei vielen Kolleginnen und Kollegen auf Unverständnis, dass dieses Thema nicht bereits vor Schulbeginn habe geklärt werden können. «Wir brauchen jetzt möglichst schnell klare Entscheidungen, ob Schulen wieder für Schwangere geöffnet werden, und – wenn ja – verlässliche Regelungen, die den Schutz von Mutter und Kind vor Ort sicherstellen», verlangte der Verbandsvorsitzende.

Piazolo hatte am Dienstag nach einer Kabinettssitzung angekündigt, dass schwangere Lehrerinnen in Bayern in absehbarer Zeit wieder unterrichten dürfen – das im Zuge von Corona eingeführte Betretungsverbot für die Schulen soll aufgehoben werden. Man habe im Ministerrat besprochen, dass es wieder möglich sein solle, dass Schwangere unterrichten – es solle aber keinen Zwang dazu geben, betonte er. Die Lehrerinnen sollen dies je nach Situation mit ihrem Arzt und der Schulleitung absprechen. Konkreter wurde Piazolo aber auch auf Nachfrage noch nicht, er nannte auch noch keine Details, wie die geplante freiwillige Regelung aussehen könnte. «Die Einzelheiten werden wir noch festlegen, das wird nicht von heute auf morgen passieren», sagte er lediglich. Es werde dann auch entsprechende Fristen geben.

Dass schwangere Lehrerinnen nicht unterrichten dürfen, hatte die Personalnöte an vielen bayerischen Schulen weiter verschärft.