© Karl-Josef Hildenbrand

Schweinfurter Museum zeigt Werke des Künstlers Egon Schiele

Schweinfurt (dpa/lby) – Grimassen, außergewöhnliche Gesten, extreme Posen – der österreichische Maler Egon Schiele hat mit seinen Werken Neues gewagt und auch provoziert. Seinem künstlerischen Schaffen widmet sich das Schweinfurter Museum Georg Schäfer anlässlich des 100. Todestages von Schiele eine Ausstellung. «Ihm ging es immer sehr um die Selbsterkundung», sagt die stellvertretende Museumsleiterin, Karin Rhein, zu Schieles Wirken. Er habe ausprobiert, welche inneren Regungen die verschiedene Rollen in ihm auslösen und wie er sie künstlerisch darstellen kann.

So sind nackte, extrem magere Menschen, entrückte Blicke und auch verstörende Porträts bei Schiele selbstverständlich. «Er hat es darauf angelegt, Tabus zu brechen und Grenzen zu überschreiten.»

Das Museum zeigt noch bis zum 6. Januar mehr als 48 Gemälde und Zeichnungen – darunter einige Hauptwerke – sowie Fotografien, Briefe und Gedichte von Schiele. Ergänzt wird die Ausstellung um elf Selbstporträts von Künstlern aus dem Museum, die den Schiele-Porträts gegenüber gestellt werden. «Da sieht man die unterschiedlichen Künstlergenerationen», so Rhein weiter.

Die Auswahl der Meisterwerke aus dem Leopold-Museum in Wien wird in der Zusammensetzung erstmals in Deutschland gezeigt. Die Schiele-Ausstellung in Schweinfurt ist zudem im Jubiläumsjahr die einzige in Deutschland.

Schiele gilt neben Gustav Klimt und Oskar Kokoschka zu den bekanntesten Künstlern Österreichs und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Am Mittwoch (31. Oktober) jährt sich der Todestag des Künstlers zum 100. Mal. Schiele wurde nur 28 Jahre alt. Er starb 1918 in Wien an den Folgen der Spanischen Grippe.