Segnungsgottesdienste für queere Menschen auch in Bayern

Auch in Bayern werden in diesem Jahr wieder katholische Segnungsgottesdienste für queere Menschen gefeiert. Nach Angaben der Initiative #liebegewinnt finden am Dienstag Feiern in Nürnberg, Schweinfurt und Würzburg statt.

Im vergangenen Jahr hatte es rund um den 10. Mai in Deutschland etwa 100 Segnungsgottesdienste gegeben – #liebegewinnt sorgte damals für große Aufmerksamkeit. Denn: Offiziell sind Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare in der katholischen Kirche verboten. Die Lehrmeinung erkennt nur heterosexuelle Paare an. Längst gibt es aber unter vielen Katholikinnen und Katholiken Widerstand gegen diese Haltung.

In Schweinfurt öffnet die Jugendkirche «krosskirche» ihre Türen für die Segnungsfeiern. In der Einladung heißt es: «Egal, wen du liebst – egal, wie lange ihr schon zusammen seid – egal ob es gerade super läuft oder ihr zur Zeit eine schwierige Phase durchmacht: ihr seid uns willkommen, ihr seid Gott willkommen.»

Im Süden Bayerns gibt es heuer keine Gottesdienste im Rahmen der Aktion. Der prominente Münchner Priester Wolfgang Rothe hatte am Wochenende mitgeteilt: «Im vergangenen Jahr war sie ein starkes Zeichen gegen das kurz zuvor vom Vatikan erlassene Verbot solcher Segensfeiern.»

Die Aktion sei ein Aufbegehren, ein «Jetzt erst recht!» gewesen – durch ihre Wiederholung würde ihr genau dieser Charakter genommen. «Sie würde zum Ritual». Abseits der Aktion werde Rothe selbstverständlich weiter homosexuelle Paare segnen. Ein weiterer, rein pragmatischer Grund sei, dass er in München und Umgebung keine Kirche für einen solchen Gottesdienst gefunden habe.