Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) spricht bei einer Pressekonferenz., © Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Söder: «Für Benedikt war Bayern ein Sehnsuchtsort»

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor der Trauerfeier für den gestorbenen emeritierten Papst Benedikt XVI. auf dem Petersplatz dessen Verbundenheit zu Bayern hervorgehoben. «Für ihn war Bayern ein Sehnsuchtsort», sagte Söder, der am Donnerstag mit einer großen Delegation nach Rom reiste. Es sei auch für ihn ein bewegender und ein wichtiger Tag, um dem emeritierten Papst das Geleit zu geben. Viele Bayern wollten das tun. «Wir hätten auch drei oder vier Flieger voll machen können», sagte er. «Die Bayern wollen einfach Abschied nehmen von ihrem Papst.»

Benedikt sei «ein brillanter Theologe, ein großer Intellektueller und Philosoph, ein demütiger Mensch, ein bescheidener Mensch – ein Bayer» gewesen. Er habe sehr viel getan für das Christentum und für die Verbreitung der Frohen Botschaft.

Bei Besuchen aus dem Freistaat habe Benedikt immer als erstes gefragt: «Was gibt es Neues aus meinem Bayern?» Wenn es um Geschenke gegangen sei, habe er sich freilich über Kerzen und Bilder gefreut, «am meisten aber über einen bayerischen Geschenkkorb» mit Weißwürsten, Weißbier und bayerischen Schmankerln.

Wie in jedem Leben gebe es Momente, die nachdenklich stimmten, sagte er weiter. Auch der emeritierte Papst sei mit Fragen konfrontiert gewesen, die er aufarbeiten musste – und die auch weiter aufgearbeitet werden müssten. Unter dem Strich bleibe aber «eine ganz große Lebensleistung».

«Ich bin gläubiger Christ und ich freue mich, wenn die Frohe Botschaft auch froh verbreitet wird», sagte Söder, der sich als bayerischer Protestant den Katholiken nicht ganz fern fühlt. «Ich bekreuzige mich auch.» Als er seinerzeit die Kreuze in öffentlichen Gebäuden einführte, «war die hiesige Kirche etwas zurückhaltend, während man sich in Rom sehr gefreut hat.»