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Söder verteidigt Schwenk in der Umweltpolitik

Nürnberg (dpa/lby) – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat seinen politischen Schwenk hin zu Klimaschutz-Positionen der Grünen verteidigt. «Ein Parteivorsitzender muss Ideen entwickeln, wie er Land und Partei prägen kann», sagte Söder den «Nürnberger Nachrichten» (Dienstag). Das Land und die Menschen in Bayern hätten sich verändert. Es wäre fahrlässig, als CSU darauf nicht zu reagieren, sagte der Ministerpräsident.

Er wolle Klimaschutz und konjunkturelle Entwicklung in Einklang bringen. Es dürfe beim Klimaschutz nicht ausschließlich um Verbote gehen, es bedürfe stattdessen Innovation. «Ich will für Bayern eine Clean-Tech-Offensive», sagte Söder.

In Nürnberg solle ein Zentrum für Wasserstoff-Technologie entstehen. «Wir legen ein Wasserstoffkonzept vor, in dem am Energiecampus in Nürnberg die Brennstoffzellenforschung für Bayern gebündelt wird», sagte Söder. Dort sollen zusammen mit Industriepartnern wie MAN alternative Antriebstechniken für Lastwagen entwickelt werden.

In Straubing soll mit einem großen Forschungsauftrag an der Entwicklung synthetischer Kraftstoffe gearbeitet werden, die später einmal Kerosin als Flugbenzin ersetzen sollen. «Das wäre ein echter Klimabeitrag», sagte Söder. Im Herbst solle zudem eine große Forschungsinitiative für ganz Bayern gestartet werden, bei der es um künstliche Intelligenz, Robotik und Supercomputing gehen solle. Zur Finanzierung solle die Schuldentilgung verlangsamt werden.