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Wahlkrimi mit gutem Ende: Bayern und der Biden-Sieg

München (dpa/lby) – Auch in Bayern sind Politiker erleichtert über den Wahlsieg des Demokraten Joe Biden zum US-Präsidenten. «Yes he can!», twitterte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstagabend. «Bin sehr erleichtert, dass der Wahlkrimi ein gutes Ende genommen hat.» Sein Vertrauen in die US-amerikanische Demokratie sei wieder gestärkt, schrieb Söder. «Jetzt sollte das bizarre Schauspiel der letzten Tage ein Ende finden.»

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hofft, dass sich die deutsch-amerikanischen Beziehungen nach den schwierigen Trump-Jahren wieder verbessern. «Strafzölle, Sanktionsdrohungen wegen Nordstream 2, Unklarheit wegen Truppenabzug…, wir brauchen mehr Planungssicherheit, weniger Konfrontation», schrieb er auf Twitter. Unter US-Präsident Donald Trump war der Plan, dass 4500 Soldaten vom Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz nach Hause in die USA geholt werden sollen.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) freute sich besonders, dass die Demokratin Kamala Harris als erste Frau und erste schwarze Amerikanerin das Vizepräsidentenamt übernehmen soll. Harris habe «schon jetzt Geschichte geschrieben und ist Vorbild für viele Frauen in den USA», twitterte Aigner.

Die SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen erklärte, es hätten so viele Amerikaner wie noch nie gewählt, «weil sie an ihre Demokratie glauben».

Die Parteivorsitzende der bayerischen Grünen, Eike Hallitzky, sagte zum Wahlergebnis: «Wir sind sehr erleichtert, dass damit die Menschheit endlich wieder auf politische Kompetenz im Oval Office hoffen darf.» Landtagsvizepräsident Karl Freller sieht in dem 77 Jahre alten Biden einen «Hoffnungsträger für Millionen junger Menschen auf der ganzen Welt».

Auch Wirtschaftsvertreter setzen auf eine Verbesserung der angeschlagenen Beziehungen mit den USA. Die USA seien größter Absatzmarkt für Exporte aus Bayern, teilte der Mittelstandsverband BVMW Bayern mit. Aber auch Biden stehe für eine eher protektionistische Handelspolitik nach US-Interessen. «Auf eine komplette Abkehr von Strafzöllen und Handelskonflikten ist erstmal nicht zu hoffen», sagte Achim von Michel, der Landesbeauftragter für Politik. Doch man sei optimistisch, dass die Zeichen nach Trump wieder auf Kooperation stünden.