Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts., © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Sparkassenaffäre beschäftigt Verwaltungsgericht

Die Miesbacher Sparkassenaffäre beschäftigt heute (11.00 Uhr) das Verwaltungsgericht in München. In zwei Prozessen geht es um die Kürzung der Dienst- und Ruhestandsbezüge von zwei Verwaltungsratsmitgliedern der Sparkasse, gegen die rechtskräftige Strafbefehle wegen Untreue ergangen sind. Die Verhandlungen sind nach Angaben eines Gerichtssprechers «die erste disziplinarische Aufarbeitung des damaligen Spenden- und Sponsoringverhaltens der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee und deren Verwaltungsratsfahrten zwischen 2011 und 2013».

Tags zuvor war bekannt geworden, dass Bayern dem wegen der sogenannten «Amigo-Affäre» verurteilten Ex-Landrat Jakob Kreidl die Pension streichen will. Die Landesanwaltschaft hat am Freitag Disziplinarklage gegen ihn erhoben, wie ein Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte – «mit dem Ziel der Aberkennung des Ruhegehalts».

Das Landgericht München II hatte den früheren CSU-Landrat Kreidl im Mai dieses Jahres auch in einem zweiten Prozess wegen Untreue verurteilt, ebenso wie den ehemaligen Vorstandschef der Sparkasse Miesbach-Tegernsee, Georg Bromme (Az.: 1 StR 144/20). Der frühere Aufsichtsratschef Kreidl bekam – wie im ersten Prozess – elf Monate Haft auf Bewährung, Bromme ein Jahr und acht Monate. Beiden erlegte das Gericht gemeinnützige Arbeit auf: 300 Stunden für Bromme, 200 für Kreidl.

Der lockere Umgang mit den Sparkassen-Geldern hatte vor knapp zehn Jahren erheblich für Wirbel gesorgt. Für Zehntausende Euro reiste man in Fünf-Sterne-Hotels und genoss einen «James-Bond-Ausflug» mit Gondelfahrt, man lud zu einer Geburtsparty, trank Hunderte Euro teuren Wein oder spendierte Beauty-Anwendungen für Ehefrauen.